31. Mai 2020

b.i.t.online   6 / 2019
Nachrichtenbeiträge

Für Bücher und Bildung das Leben riskieren

Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. zeichnen Freshta Karim (Afghanistan)
und Bara'a Al Bayati (Irak) mit dem Max-Herrmann-Preis 2019 aus

Elgin Helen Jakisch
Freshta Karim und Bara'a Al Bayati bringen in den Krisengebieten Afghanistan und Irak Bücher und Bildung zu den Menschen. Sie riskieren dafür viel. „Es verdient unsere höchste Anerkennung, durch Kabul einen Bücherbus zu steuern oder in Bagdad als erste Frau
im Irak einen Verlag zu gründen”, sagte André Schmitz, Jurymitglied und Vorsitzender des Vereins beim Festakt in Berlin. Bara'a Al Bayati antwortete in ihrer Dankesrede: „Der Weg der 1000 Schritte beginnt mit einem Buch”.

Wer zahlt, damit der Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen gratis ist?

Andres Eberhard
Es braucht nur drei Worte, um die Podiumsdiskussion der ETH-Bibliothek in Kooperation mit PLOS und der Royal Society of Chemistry (RSC) vom vergangenen Donnerstag zusammenzufassen: Viele offene Fragen.
   Forschende hatten mit Vertretern von Verlagen und Industrie über die Folgen von Open Access – also die freie Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen – diskutiert. Am Ende erklärte Rafael Ball, Direktor der ETH-Bibliothek: „Wir sind inmitten eines Transformationsprozesses und haben die Möglichkeit, unter- schiedliche Modelle auszuprobieren und auf ihre längerfristige
Tragfähigkeit zu prüfen.” Zunächst müssen ohnehin die relevanten Fragen auf den Tisch gebracht werden. Und das gelang der siebenköpfigen Runde, die von Sven Fund vom Open-Access-Dienstleister Knowledge Unlatched moderiert wurde. Doch wo liegt überhaupt das Problem, wenn Forschungsergebnisse allen kostenlos zugänglich gemacht werden? Auf den ersten Blick profitieren alle. Forschende auf der ganzen Welt können auf die Resultate ihrer Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen, außerdem wird ihre eigene Arbeit sichtbarer. Beides fördert Innovation und bringt die Gesellschaft als Ganzes voran.