8. Dezember 2019

b.i.t.online   3 / 2019
Nachrichtenbeiträge

Die Relevanz des Leistungsschutzrechts für Presseverleger
und der sogenannten Upload-Filter-Regelungen für Wissenschaft und Bibliothek

Armin Talke
Es war eine Lobby-Schlacht, in der vor allem die deutsche Verlagsindustrie großes Engagement zeigte, während ihr von der Straße und der Zivilgesellschaft starker Gegenwind ins Gesicht blies.
   Beim Kampf ums Urheberrecht ging es in der Öffentlichkeit vor allem um das „Leistungsschutzrecht für Presseverleger” und die „Upload-Filter”. Mit diesen beiden neuen Regeln befasst sich dieser Beitrag. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass einige Normen in der Richtlinie enthalten sind, die die Wissenschaft und Bibliotheken
direkt betreffen: Dies sind u.a. Art. 3 (Text- und Datamining), Art. 5 (grenzüberschreitende Unterrichts- und Lehrtätigkeiten) und Art. 8ff. (Nutzung Vergriffener Werke).
   Dieser in seinem Umfang limitierte Aufsatz bietet einige Ausblicke, ohne sich jedoch umfassend kritisch mit den beiden Regeln auseinandersetzen zu können. Hilfreich für die Lesenden ist, dass die wesentlichen Argumente bereits zur Genüge in der Öffentlichkeit ausgetauscht wurden.

FOLIO
Jenseits der Bibliothekssystemkuppel –
auf dem Wege zu einer kooperativen Bibliotheksplattform

Ein Komplettsystem als Gemeinschaftsprojekt für die ungarischen Bibliotheken

Miklós Lendvay
Als im Jahre 1802 Graf Ferenc Széchényi, einer der reichsten ungarischen Adligen, seine Büchersammlung nach einer Kaiser Franz Joseph gewidmeten Ansprache der ungarischen Nation schenkte, und damit praktisch die ungarische Nationalbibliothek gründete, wurde der Zugriff zu dieser Sammlung zunächst nur einigen ausgewählten Privilegierten gewährt. Bis zum Jahre 2022 hat die ungarische Nationalbibliothek nun vor, eine nationale Plattform der kulturellen Einrichtungen zu
erstellen und für einen möglichst breiten Benutzerkreis zu öffnen, wo nicht nur die analogen, digitalen und elektronischen Schätze der Nationalbibliothek, sondern auch aller übrigen ungarischen Bibliotheken mitverarbeitet und mitangeboten werden. Gedruckte Publikationen und noch wesentlich mehr: digitale Objekte, Landkarten, Manuskripte, das archivierte Web und vielfältige weitere Informationen aus den und rund um die Bibliotheken.

Eine Erfolgsgeschichte: 20 Jahre b.i.t.online Innovationspreis!

Karin Holste-Flinspach
Alles begann im Jahr 1998 auf dem Bibliothekartag in Frankfurt am Main. Damals wurde – angeregt durch die Präsentation von vier herausragenden Studienabschlussarbeiten durch die Kommission Ausbildung und Beruf des damaligen Vereins der Diplom-Bibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken (VdDB) –
zwischen dem Verein und der Zeitschrift b.i.t.online eine zukünftige Kooperation zur Auszeichnung innovativer Arbeiten vereinbart. Und somit findet seit nunmehr 20 Jahren – seit dem 89. Deutschen Bibliothekartag in Freiburg – das Innovationsforum mit der jährlichen Prämierung innovativer Abschlussarbeiten statt.