26. April 2018

b.i.t.online   3 / 2015
Fachbeiträge

Alte Drucke in neuem Gewand

Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz der freien Digitalisierungsplattform Goobi an der UB Mannheim

Christian Hänger, Irene Schumm und Stefan Weil
Im vorliegenden Beitrag wird exemplarisch der Umstieg von einer kommerziellen Software zu einer Open-Source-Software beschrieben. Am Beginn eines jeden IT-Projekts steht die grundsätzliche Frage, ob eine kommerzielle Software oder eine OpenSource-Software eingesetzt werden soll.
      Beim Einsatz einer kommerziellen Software hat ein Kunde den Vorteil, das Produkt nach dem Prinzip „Plug and Play“ einsetzen zu können, ohne selbst aufwendige Anpassungen und Implementierungen vornehmen zu müssen. Rechte und Pflichten der beiden Seiten sind vertraglich geregelt und die Supportanfragen werden von der Firma übernommen. Auf der Negativseite stehen die hohen Kosten, die kommerzielle Produkte mit sich bringen. Dazu kommen häufig noch Einschränkungen in der Umsetzung von Anforderungen der eigenen Einrichtung, da eine Firma ein einheitliches Produkt für einen großen Kundenkreis anbietet und auf individuelle Wünsche einzelner Kunden nicht eingehen möchte.
      Beim Einsatz einer Open-SourceSoftware kehren sich Vor- und Nachteile um. Der Anwender vermeidet hohe einmalige und dauerhafte Kosten für den Kauf und die Pflege der Softwarelizenz, muss aber eigenes Personal für die Installation, Weiterentwicklung und den Support vor Ort aufwenden. Hinsichtlich der Anpassung der Software an die eigenen Anforderungen besteht eine größere Freiheit als bei einem kommerziellen Produkt, da eine Weiterentwicklung häufig lediglich mit der Community abgestimmt werden muss und die Umsetzung dann mit eigenen Mitteln realisiert werden kann.

Campus-Management- und Bibliothekssysteme

Eine Abgrenzung von Software

Thorsten Spitta und Friedrich Summann
Der sog. „Bologna-Prozess“ hat eine große Nachfrage nach zentral betriebener Standardsoftware für Hochschulen ausgelöst, die als ausgereifte, releasefähige Standardsoftware nicht verfügbar ist. Der Typ dieser Software wird Campus-Management System genannt (CMS). Es gibt zwar ein marktbeherrschendes System, das aber Ansprüchen an eine integrierte Standardsoftware in keiner Weise genügt. Das den deutschen Markt beherrschende System HIS (Hochschul-Informations-System) setzt nicht auf einer zentralen Datenbasis auf und gilt technologisch als veraltet. Es müssen also neue Softwareangebote entstehen, von denen angenommen werden kann, dass sich aus ihnen mit der Zeit Standardsoftware entwickelt.